Führungskräfteseminare bereiten auf vieles vor. Aber nicht auf die ungeschminkte Wucht der menschlichen Emotionen.

Ich wollte immer führen. Vor allem wollte ich es besser machen als meine damaligen Vorgesetzten. Ich finde Menschen faszinierend und habe mich ganz bewusst für diesen Weg entschieden.

Doch als es so weit war, hat mich die Realität anfangs fast übermannt.

Wer mit Menschen arbeitet, bekommt den ganzen Menschen: die Ängste, die Unsicherheiten, den Stress, aber auch die unbändige Freude.

Mein härtestes Learning

Mein wichtigstes und zugleich härtestes Learning aus dieser Zeit: Die Gefühle der anderen sind nicht meine eigenen.

Ich darf und kann zutiefst empathisch sein. Ich kann zuhören und vollkommen nachvollziehen, was mein Gegenüber durchmacht. Aber es ist nicht meine Situation.

Macht mich diese bewusste Abgrenzung zu einer schlechten Führungskraft? Absolut nicht. Im Gegenteil.

Nur wer die eigene Kraft schützt und stabil bei sich bleibt, kann anderen ein verlässlicher Anker sein, wenn sie Unterstützung brauchen.

Wahre Empathie braucht emotionale Grenzen.

Und du?

Wann ist es dir das letzte Mal gelungen, diesen Raum zwischen echtem Mitgefühl und gesunder Abgrenzung zu halten?

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