Viel zu tun, Deadlines im Nacken, Stress. Das fühlt sich im Arbeitsalltag oft völlig normal an. Aber auf Dauer macht genau das krank.
Ich habe mir in letzter Zeit oft eine Frage gestellt: Wofür bin ich als Führungskraft eigentlich verantwortlich, wenn es um die Gesundheit meines Teams geht?
Meine persönliche Antwort darauf: Ich bin dafür da, einen gesunden Rahmen bei der Arbeit zu schaffen.
Was ich aber nicht kann, ist das Verhalten der Einzelnen zu steuern. Und genau da wird es im Alltag oft schwierig.
Wenn jemand krank weiterarbeitet
Was ist, wenn sich jemand krank an den Schreibtisch setzt? Klar, der erste Gedanke lautet: Wer krank ist, ruht sich aus.
Aber was passiert, wenn das Projekt in einer heißen Phase steckt und das eigene Engagement einfach enorm hoch ist?
Ich versuche in solchen Momenten zu hinterfragen: Warum traut sich die Person gerade jetzt nicht, den Stift fallen zu lassen und sich auszukurieren?
Und mein eigenes Vorbild?
Das bringt mich unweigerlich zu mir selbst und meiner eigenen Vorbildfunktion. Mein eigentlicher Vorsatz lautet: Wenn ich krank bin, arbeite ich nicht.
Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Steht etwas wirklich Wichtiges an, bin ich selbst oft hin- und hergerissen. Manchmal entscheide ich mich dann doch für die Arbeit und ziehe es durch. Das mag ab und zu funktionieren — auf Dauer geht das aber an die Substanz.
Ich merke immer wieder, dass es für diesen Zwiespalt einfach keine Schwarz-Weiß-Antwort gibt.
Und du?
Wie gehst du selbst damit um, wenn wichtige Termine anstehen, der Körper aber eigentlich eine Pause braucht?