Mit Mitte 20 kannte ich nur ein Gaspedal: Vollgas. 150 % geben, immer liefern.

Und das Feedback? Hat mir recht gegeben. Der berufliche Erfolg war da und hat dieses Muster nur noch weiter bestätigt.

Aber irgendwann merkt man: Wenn sich jedes Gespräch nur noch um die Arbeit dreht, man permanent gestresst ist und abends nicht mehr richtig abschalten kann — dann geht unfassbar viel Lebensqualität verloren.

Wenn man nicht mehr zur Ruhe kommt, ist das kein wirkliches Leben mehr.

Der Wendepunkt

Der Wendepunkt kam für mich mit der Übernahme von Führungsverantwortung. Hier habe ich ziemlich schnell feststellen müssen: Ich kann immer nur so viel Energie geben, wie ich selbst habe.

Pausen sind kein Luxus, sie sind eine absolute Notwendigkeit.

Heute versuche ich, viel mehr auf meinen Körper zu hören. Und — das ist für mich aktuell die größte Lernkurve — auf meine Emotionen.

Emotionen sind nicht unwichtig

Jahrelang war mein Credo: „Ich will einfach nur funktionieren, Emotionen sind unwichtig." Aber das sind sie eben nicht.

Ein Mensch ist ein Ganzes, und so muss man sich selbst auch betrachten. Das zuzulassen und nicht einfach wegzudrücken, übe ich noch, aber ich werde besser darin.

Wir sind eben nicht nur Arbeitnehmende. Wir definieren uns nicht nur über unseren Erfolg, nur weil wir in kürzester Zeit drölf Millionen Projekte gemeistert haben.

Wir sind so viel mehr. Wir sind eine beste Freundin. Eine Tante. Eine Tochter. Eine Schwester.

Und du?

Fällt es dir leicht, Emotionen auch im Arbeitsalltag Raum zu geben — oder bist du da auch noch im „Trainingslager", so wie ich? Und wann hast du für dich gelernt, dass Pausen wichtig sind?

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